Planungsbüro Holger Fischer
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Stadt Hatzfeld, Radweg Hatzfeld – Reddighausen (Ederauenradweg)

Der insgesamt 186 km lange Ederauenradweg führt von der Ederquelle bis zur Mündung der Eder in die Fulda und verläuft überwiegend auf ruhigen Landstraßen, Radwegen oder Wald- und Feldwegen. Lediglich im Bereich Hatzfeld verlief der Weg bisher über teils viel befahrene Landstraßen.

Zur Erhöhung der Attraktivität hat sich die Stadt Hatzfeld daher um den Bau eines Radwanderweges auf der ehemaligen Bahntrasse zwischen der Landesgrenze bei Beddelhausen und der nördlichen Gemeindegrenze bei Dodenau bemüht. Im Zuge der Radwegeplanung wurden damit Ausbaumaßnahmen auf einer Wegelänge von insgesamt etwa 10 km ehemaliger Bahntrasse notwendig. Der vorhandene Bahndamm stellte sich in seinem Verlauf als teils lückig bewachsener, teils verbuschender Schotterkörper in teils unmittelbarer Nähe zur Eder dar. Somit wurde aufgrund des zu erwartenden Eingriffs in Natur und Landschaft zunächst eine Eingriffs-Ausgleichsplanung sowie eine Erhebung evtl. betroffener Reptilienvorkommen und die Prüfung der Betroffenheit von Natura-2000-Gebieten notwendig.

Als Ergebnis der tierökologischen Erhebungen wurden im Jahr 2009 für die Bahntrasse drei Reptilienarten nachgewiesen. Am häufigsten anzutreffen war die Blindschleiche mit 17 Nachweispunkten, während die Schlingnatter lediglich an drei Stellen und die Waldeidechse nur einmal nachgewiesen werden konnte. Aufgrund des europäischen Schutzstatus der Schlingnatter (Coronella austriaca, FFH-Anhang IV) wurden neben den aus der Eingriffsregelung notwendigen Kompensationsmaßnahmen auch gezielte vorlaufende Ausgleichsmaßnahmen (Schaffung von Stein- und Totholzhaufen) sowie Maßnahmen zur Eingriffsminimierung (Verwendung hellen Asphalts in Vorkommensbereichen) notwendig.

Für den gesamten Bauverlauf wird darüber hinaus eine biologische Baubegleitung durchgeführt – so konnte im Zuge des ersten Bauabschnitts 2010 das bedeutende Vorkommen des europaweit gefährdeten Rheinischen Rasen-Steinbrechs (Saxifraga rosacea ssp. sponhemica) am Bahnhof Hatzfeld durch eine Verschwenkung des Trassenverlaufs, die vereinzelte Umsiedlung betroffener Pflanzen und eine gezielte Lenkung der Ausgleichsmaßnahmen gesichert und gefördert werden.

Im Zuge des geplanten zweiten Bauabschnitts wird darüber hinaus in das FFH-Gebiet „Fledermauswinterquartier Tunnel Dodenau“ eingegriffen, wofür im Rahmen der Planung eingriffsminimierende Maßnahmen vorgesehen sind. Dies betrifft eine fledermausverträgliche Beleuchtung des Tunnels, die Anbringung künstlicher Überwinterungshilfen im Tunnelgewölbe sowie die Sperrung des Tunnels im Winterhalbjahr. Zu Erfassung der Auswirkungen des geplanten Tunnelausbaus soll zudem in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde und dem ehrenamtlichen Naturschutz ein fünfjähriges Monitoring durchgeführt werden.